Kaum eine Maßnahme bietet so viel Nutzen für so wenig Aufwand: Barrierefreiheit, Bildersuche und thematischer Kontext werden mit einem einzigen gepflegten Feld bedient. Alt-Texte lassen sich zudem sofort umsetzen — ohne Umbau, ohne Budget, seitenweise nachrüstbar.
Was bedeutet dieser Begriff?
Der Alt-Text ist die unsichtbare Bildbeschreibung einer Website: ein kurzer Text im Quellcode, der sagt, was auf einem Bild zu sehen ist. Er wird sichtbar, wenn ein Bild nicht geladen werden kann, und er wird von Vorleseprogrammen ausgegeben, mit denen blinde und sehbehinderte Menschen Websites nutzen. Suchmaschinen wiederum lesen den Alt-Text, um Bildinhalte zu verstehen und in der Bildersuche einzuordnen — denn ein Bild selbst können sie nur begrenzt interpretieren. Ein guter Alt-Text beschreibt knapp und konkret, was das Bild zeigt und welche Funktion es auf der Seite hat.
Wo hat dieser Begriff seinen Ursprung?
Der Alt-Text gehört zu den ältesten Elementen des Webs: Er ist seit den 1990er Jahren Teil des HTML-Standards. Ursprünglich diente er langsamen Internetverbindungen — wer Bilder abschaltete, sah stattdessen den Text. Mit der Zeit wurde er zum zentralen Baustein der Barrierefreiheit. In Deutschland hat das Thema zusätzlich Gewicht bekommen: Seit Juni 2025 verpflichtet das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz viele Unternehmen, ihre digitalen Angebote zugänglich zu gestalten — Bildbeschreibungen gehören dazu.
Warum ist dieser Begriff wichtig?
Der Alt-Text erfüllt drei Funktionen auf einmal. Er macht Inhalte für Menschen mit Sehbehinderung zugänglich — eine Frage von Teilhabe und zunehmend auch von Rechtssicherheit. Er verschafft Bildern Auffindbarkeit in der Bildersuche, die für Produkte und Referenzen ein eigener Besucherkanal sein kann. Und er hilft Suchmaschinen, den Kontext einer Seite besser zu verstehen: Ein beschriebenes Bild stützt das Thema der Seite.
Vorteile
Herausforderungen
Die größte Hürde ist Disziplin: Jedes inhaltstragende Bild braucht eine Beschreibung, auch das hundertste Produktfoto. Inhaltlich gilt es, das richtige Maß zu treffen — beschreiben statt mit Suchbegriffen vollzustopfen, was als Manipulation gewertet werden kann. Und es braucht die Unterscheidung, welche Bilder Inhalt tragen und welche rein dekorativ sind: Letztere erhalten bewusst einen leeren Alt-Text, damit Vorleseprogramme sie überspringen.
Beispiel
Ein Hersteller von Befestigungstechnik pflegt seine Produktbilder: Statt des Dateinamens „produkt-123.jpg" ohne Beschreibung erhält jedes Bild einen Alt-Text wie „Edelstahl-Klemmhebel M8 mit rotem Kunststoffgriff". Die Produkte erscheinen daraufhin in der Google-Bildersuche — und Einkäufer:innen, die visuell nach dem passenden Teil suchen, landen direkt auf der Produktseite.